Story – Revolution der Kerzen

 In Blogpost

Über die Wirkung und Kraft von Kerzen

von Ann-Christin Hohaus und Malin Olivia Soeder

Leipzig, 09. Oktober 1989 – es ist wieder Montag, es ist wieder Zeit für ein Friedensgebet in der Nikolaikirche. Zwei Tage zuvor, am Samstag, 07.Oktober 1989 ist Deutschland zerrissen und die DDR in Aufruhr. Es soll ein Tag der Freude sein, stattdessen versammeln sich die Menschen am Nachmittag auf dem Alexanderplatz, um über die Schönhauser Allee Richtung Norden zu ziehen in den Bezirk Prenzlauer Berg.
Hunderte Kerzen brennen dort bereits, als Symbol für die zu Unrecht Inhaftierten in Leipzig, Potsdam und Berlin. Die Menschen wollen Zeichen setzen, gegen das Regime, für die Freiheit. Es soll friedlich sein, daher bringen sie Kerzen als Zeichen des friedlichen Protests.
Zunächst scheint alles friedlich, doch dann in der Dämmerung wendet sich das Blatt und die Demonstrationen werden gewaltsam aufgelöst und unterbunden. In den Medien wird dieser Vorfall möglichst beschwichtigt, doch vielen ist klar: Dies soll nur der Anfang einer turbulenten Zeit sein.
Nach dem 40. Jahrestag der DDR sind die Menschen zu Teilen unsicher, jedoch fest entschlossen etwas zu bewegen. Mit dem Wunsch nach Meinungs- und Reisefreiheit im Herzen kommen sie nach Leipzig, um zu beten, friedlich auf die Straße zu gehen und ihrem Wunsch Gehör zu verschaffen. Viele erwarten ähnlich gewaltsame und blutige Auseinandersetzungen, wie am Wochenende zuvor. In Regierungskreisen heißt es, Leipzig soll ein Beispiel statuieren, wie mit Demonstrationen und Aufständen umgegangen werden soll. Die Polizei schickt bewaffnete Einheiten auf die Straßen, bereit um den Aufstand, zur Not, gewaltsam zu unterbinden. Und dann kommt doch alles ganz anders.
70 000 Menschen treten mit Kerzen in den Händen auf die Straßen und ziehen friedlich durch Leipzig. Zunächst zögerlich, nachher immer selbstbewusster rufen die Menschen „Keine Gewalt“ und „Wir sind das Volk“. Überrascht von den Menschenmassen treten die Polizist*innen zumeist den Rückzug an. Somit blieb das Montagsgebet friedlich und setzte trotzdem ein Zeichen, ein Zeichen des Friedens und der Freiheit und sollte als solcher ein Beispiel setzen für die kommende Entwicklung der DDR. Doch eine brennende Frage bleibt: Warum Kerzen für eine Demonstration? – Pfarrer Christian Führer erklärt: „Wenn man eine Kerze trägt, braucht man beide Hände. Man muss das Licht behüten, vor dem Auslöschen schützen. Da kann man nicht gleichzeitig noch einen Knüppel oder einen Stein in der Hand halten.“
Kerzen schenken nicht nur Licht, sondern auch inneren Frieden, der sich nach Außen trägt.

Über die Autorinnen

Ann-Christin Hohaus studiert Religionspädagogik und Gemeindediakonie mit Schwerpunkt Seelsorge und Gemeindewesen. Dabei befasst sie sich mit den Sinnfragen des Lebens und gemeindediakonischem Handeln. Ann-Christin Hohaus arbeitet seit Anfang 2020 als Werkstudentin für Heliotron und sorgt dafür, dass interne Prozesse optimiert und neue Impulse gesetzt werden. Zudem packt sie lang ersehnte Heliotron-Herzensprojekte an und unterstützt das Team in seinen Arbeitsprozessen.

Malin Olivia Soeder ist von Haus aus Ökonomin und arbeitet gemeinsam mit ihren Kolleg*innen daran das Unternehmen heute und in Zukunft bestmöglich aufzustellen. Als Assistentin der Geschäftsleitung arbeitet Malin strukturell in allen Bereichen mit, bringt unternehmensstrategische Projekte voran und behält dabei den Blick fürs große Ganze.

Digitalisierung und Heliotron
Auch wir haben als Familienunternehmen ganz klassisch mit der Hartwachskerze begonnen und den Sprung in die Moderne geschafft, ohne unseren Kern aus den Augen zu verlieren. Derweil arbeitet unser Team mit flachen Hierarchien in einem familiären offenen Großraumbüro jeden Tag für die Belange unserer Kund*innen. Dabei spielen digitale Arbeitswelten, welche wir im Homeoffice nutzen eine wichtige Rolle und bieten unseren Mitarbeitenden die nötige Flexibilität, die das Leben zu Weilen an uns stellt. Partizipation und Mitgestaltung werden bei uns großgeschrieben und wir möchten Menschen anziehen, die Lust haben mit uns die Welt des Kerzenlichts zu gestalten.

Verschaffen Sie sich einen Blick über unsere Arbeitswelt und unsere Teams:

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